Eine Frau gewinnt bei einer Tombola im Sauerland ein Book Nook. Sie dreht den Karton in den Händen, findet vier Buchstaben darauf und fragt den Mann am Stand, was „MaHo“ eigentlich bedeutet.
Er erklärt es ihr. Sie sagt: „Magic Holz kenne ich.“ Die Abkürzung sagte ihr nichts.
Diese kleine Szene ist uns geblieben, weil sie zeigt, was passiert, wenn jemand anderes über die eigene Marke spricht. Am letzten Augustwochenende stand MagicHolz zwei Tage lang auf einer Modellbau-Ausstellung mit rund 80 Ausstellern. Michael war dort.
Michael hat gefragt, nicht wir
Michael R. ist Kunde bei uns und Mitglied der Modellbaugruppe Hemer. Er hat sich bei uns gemeldet, nicht umgekehrt: Seine Gruppe stellte am 29. und 30. August im Grohe Forum im Sauerlandpark Hemer aus, zusammen mit rund 80 anderen Ausstellern, und organisierte eine Tombola zugunsten der Stiftung Deutsche Kinderkrebshilfe.
Wir haben zwei Book Nooks für die Tombola beigesteuert, zehn Holzblumen für die Bastelecke und ein weiteres Book Nook, mit dem Michael unsere Marke vorstellen konnte. Am Ende des Wochenendes waren alle Lose verkauft.
Das ist der unspektakuläre Teil. Der interessante Teil ist, was Michael in diesen zwei Tagen gehört hat.
Was am Stand passiert ist
In der Bastelecke konnten Kinder und Erwachsene gegen eine Spende einen Bausatz zusammenbauen, zur Auswahl standen Modelle von Revell, Metal Earth und uns. Für uns ist das eine ungewohnte Nachbarschaft: Plastik, Metall und Holz nebeneinander auf einem Tisch, und die Leute entscheiden sich vor Ort.
Michael schreibt dazu einen Satz, über den wir länger nachgedacht haben, als er wahrscheinlich ahnt:
Wir hatten sehr viel Zulauf an unserem Stand mit Holz und Book Nook Modellen, da wir hier eine neue Seite des Modellbaus gezeigt haben, welche auch für Einsteiger gut geeignet ist.
Klassischer Modellbau hat eine hohe Einstiegshürde: kleben, lackieren, Geduld, Werkzeug. Ein Holzbausatz, der sich zusammenstecken lässt, ist für viele der erste Berührungspunkt überhaupt. Book Nooks waren an diesem Stand zum ersten Mal dabei, und offenbar waren sie genau der Türöffner.
Und ein Tisch voller Menschen, die für eine Weile mit den Händen etwas bauen statt aufs Display zu schauen, ist ziemlich genau der Moment, für den es uns gibt.

Was Michael gehört hat, das bei uns sonst nie ankommt
Wir bekommen jeden Tag Rückmeldungen, aber fast immer von Leuten, die bereits gekauft haben. Michael stand zwei Tage lang vor Menschen, die uns nicht kannten. Das ist ein ganz anderer Blick auf uns.
Auf die Frage, wo es die Sachen zu kaufen gibt, habe ich immer einen eurer Flyer mitgegeben. Manche Leute fragen, was es denn noch für andere Bausätze gibt. Hier hätte ich gern einen Katalog zur Hand gehabt, um es vor Ort zeigen zu können. So konnte ich nur auf eure Website verweisen.
Das ist ein berechtigter Wunsch, und wir sagen trotzdem ehrlich Nein dazu. Unser Katalog ist der Onlineshop, und das bleibt vorerst so. Der Grund ist einfach: Unser Sortiment verändert sich laufend, ein gedrucktes Heft wäre am Tag der Auslieferung bereits veraltet, und die Menge Papier, die dafür nötig wäre, steht für uns in keinem Verhältnis.
Für jemanden, der an einem Messestand steht und gefragt wird, was es sonst noch gibt, ist das trotzdem eine echte Lücke. Wir nehmen den Punkt mit, ohne zu versprechen, dass am Ende ein Katalog dabei herauskommt.
Und was nicht funktioniert hat
Der wertvollste Teil von Michaels Rückmeldung ist der unangenehme. Zehn Holzblumen wurden in der Bastelecke gebaut, alle zehn wurden fertig, aber nicht ohne Weiteres:
Für Kinder von 9 bis 11 Jahren ohne Übung teilweise zu schwer, finde ich. Aber mit Hilfestellung geht es. Gut, dass es bei den Bausätzen auch Ersatzteile gibt.

Das deckt sich mit unseren Altersangaben, macht aber deutlich, dass eine Altersempfehlung im Shop etwas anderes ist als ein Kind, das an einem Messestand ohne Vorerfahrung loslegt. Wer einen Bausatz für ein Kind in diesem Alter kauft, sollte einplanen, danebenzusitzen.
Und trotzdem sind alle zehn Blumen fertig geworden. Genau darum geht es uns: dass aus „Schaffe ich das?“ ein „Hab ich geschafft“ wird. Ersatzteile gibt es bei uns übrigens grundsätzlich kostenlos, nicht nur am Messestand.
Und dann ist da noch das hier:
Bei einem Bausatz, der Schwertlilie, war ein Teil falsch beschriftet, B2 statt A2. Und ähnliche Teile wie C10 und C3 wurden verwechselt. Spaß gemacht hat es aber trotzdem.
Ein falsch beschriftetes Teil ist genau die Art Fehler, die aus einem entspannten Nachmittag eine Suchaktion macht. Wir haben den Hinweis intern aufgenommen und prüfen die Beschriftung dieses Bausatzes. Dass Michael den Fehler bemerkt, benennt und im selben Atemzug schreibt, dass es trotzdem Spaß gemacht hat, sagt einiges über ihn aus.
Warum wir das hier überhaupt aufschreiben
Wir hätten diesen Beitrag auch als Erfolgsmeldung schreiben können. Spende an die Kinderkrebshilfe, alle Lose verkauft, viel Zulauf am Stand. Alles wahr, alles nett zu lesen, alles ohne Erkenntnisgewinn.
Interessanter ist, dass ein Kunde zwei Tage seiner Freizeit investiert, unsere Modelle erklärt, Einwände beantwortet, Flyer verteilt und uns anschließend eine Rückmeldung schreibt, die ein Vertriebsprotokoll sein könnte. Inklusive der Stellen, an denen wir schlecht ausgesehen haben.
Michael würde nächstes Jahr gern wieder. Wir auch.
Die Book Nooks, über die alle geredet haben
Wenn du wissen willst, was am Stand für den meisten Andrang gesorgt hat: Es waren die beleuchteten Miniaturwelten fürs Bücherregal.
Danke an Michael R. und die Modellbaugruppe Hemer. Ihr habt uns zwei Tage lang vertreten, und zwar besser, als wir es selbst gekonnt hätten.
Falls ihr in einem Verein seid, der etwas Ähnliches plant: Schreibt uns an info@magicholz.de. Wir hören zu.
Euer MagicHolz-Team



